
Blick von der Ostseite 1906
Am heutigen Kriegerehrenmal befand sich im 19. Jahrhundert mit Beckers Kalkofen ein früher Industriestandort. Bereits ab 1819 wird in den Kirchspielrechnungsbüchern eine Pacht von 4 Reichstalern erwähnt. Den zugehörigen Steinbruch hatte man am Ort des heutigen Kindergarten St. Josef. Bis in den 1. Weltkrieg hinein, wurde der Kalkofen von der Familie Becker betrieben.

Norddeutscher Kalk-Steinbruch 1906
Im 19. Jahrhundert wurde der Blomberg intensiv wirtschaftlich genutzt. Der heutige Waldmeister-Buchenwald hatte sich noch nicht entwickelt. Stattdessen prägte ein Niederwald die Landschaft, in dem Bau- und Feuerholz gewonnen sowie Bodenschätze abgebaut wurden. Auf dem Foto sind der Kalksteinbruch und eine Schmalspurfeldbahn zu erkennen.

Luftaufnahme ca. 1922
In der oberen Bildmitte ist Beckers Kalkofen zu erkennen. Unten links ist der Hof Stöppelmann, der erst 1920 vom Thieplatz ausgesiedelt worden war. Daneben liegt die Schmiede Hagedorn, aus der sich später die heutige Landmaschinenfabrik Strautmann entwickelte.

Schlingmann auf dem Loh, 1915
Direkt hinter dem Kalvarienberg entstand Laers erste Sandkuhle. Dort baute das hier abgebildete Unternehmen Schlingmann, genannt „Pannemann“,direkt am Unternehmensstandort seinen wichtigsten Rohstoff ab. Die Firma Schlingmann stellte um 1900 Terazzoböden und einen besonderen Zierbetonstein her, den man z. B. noch am Haus Pauk in der Mühlenstraße sehen kann.

Fotografie Firma Feldhaus 1932
Belegschaft der Ziegelei Feldhaus, 1932. Der ursprünglich landwirtschaftliche Betrieb produzierte bereits seit 1857 Ziegel im offenen Feldbrandverfahren. Der Mann mit dem großen schwarzen Hut ist der Ziegelmeister Johann Heinrich Hülsmann, der nach seiner Heirat mit der Firmen- und Hoferbin Helena Feldhaus im Jahr 1933 den Familiennamen Feldhaus annahm.

Springmeyer Kur- und Badehaus 1908
Die Laerer Sole bildete die Grundlage für den aufkommenden Fremdenverkehr. Bereits in den 1830ern gab es ein Badehaus, das als privatwirtschaftliches Unternehmen vom Colon Springmeyer betrieben wurde. Das Badehaus auf der rechten Seite des Bildes ist der Neubau von 1870, ab 1840 kommt das Kurhotel Springmeyer (im Bild links) hinzu.

Teutoburger Waldeisenbahn März 1900
Für die Entwicklung von Industrie, Gewerbe und Tourismus ist die Anbindung an das Eisenbahnnetz ein zentraler Faktor. Rohstoffe und Produkte konnten so zu den Märkten gelangen und Gäste nach Bad Laer reisen. Unter den stolz posierenden Menschen befindet sich Wilhelm Heimsath, der viele Fotos unserer Ausstellung initiiert oder selbst gemacht hat. Er trat nachdrücklich für den Bau der Eisenbahn ein.

Blick vom Blomberg Postkarte 1910
Deutlich nahm die Industrialisierung und Modernisierung mit der Teutoburger Waldeisenbahn an Fahrt auf, die Bad Laer an das Gleisnetz Richtung Lengerich anschloss. Hier ein Foto mit der Pension Große Kettler und dem Krankenhaus im Hintergrund. Bis 1967 gab es auf der Strecke regelmäßigen Personenverkehr.

Abb. Aus dem Illustriertem Führer Laer 1913
Rechts im Bild sehen wir einen Hohlweg zwischen Badehaus und Dorf und an dessen Ende das Mühlengebäude. Schon in den 1840er dachte Vogt Röpke über eine Verschönerung nach, um für Gäste den Fußweg zum Ort attraktiv zu gestalten. Der heutige Glockensee ist auf diesem Bild noch hauptsächlich Mühlteich und führt sehr viel näher an die Kesselstraße heran.

Springmeyers Mühle um 1900 Uhr
Das hier zu sehende Springmeyersche Mühlengebäude wurde um 1964 abgebrochen. Bislang wenig bekannt ist, dass dies Gebäude im 2. Weltkrieg als ukrainisches Kriegsgefangenenlager genutzt wurde. Heute steht am selben Standort dieTewes- Kampelmansche Mühle, die von Ihrem ursprünglichen Standort an der Bever im Ortsteil Müschen hierher umgesetzt wurde.

Dodts Mühle um 1900
Am Salzbach befanden sich drei Mühlen. Auf diesem Foto sehen wir die Ottomühle, später Desinger bzw. Dodts Mühle. Hinter dieser Getreidemühle war lange Zeit noch eine Bokemühle, die für die Flachsbearbeitung genutzt wurde. 1929 eröffnete Müller Dodt an dem Standort seine privat betriebene Badeanstalt.

Hof Meyer zu Klöntrup
Hier in der Schweinegasse zwischen den Höfen Große Kettler (vormals Poppe) und Kemnade soll es um den ursprünglichsten Erwerbssektor, die Landwirtschaft gehen. Auf dem Foto, das vermutlich auch von Wilhelm Heimsath arrangiert wurde, präsentieren sich die Bewohner vor dem Hof Meyer zu Klöntrup in Westerwiede.

Wilhelm Heimsath und Kemnade 1904
Wilhelm Heimsath und Franz Kemnade, geb. Stöppelmann vor dem Patorstall. Wilhelm Heimsath war ab 1880 sehr engagiert im öffentliche Leben Laers. Er war Heimatforscher, Verfasser vieler Heimatgedichte, revitalisierte den Schützenverein und gab 1913 einen ersten Laerer Reiseführer heraus.

Dreschen bei Bredemann in Müschen 1901
Das hier dargestellte maschinelle Dreschen durch ein Lohnunternehmen war ein früher Schritt zur Modernisierung der Landwirtschaft. Bevor es diese Technik gab, musste das Getreide in Arbeit mit dem Dreschflegel gehauen werden, um das Korn von Spreu und Stroh zu trennen.

Altes Krankenhaus Kirchhofsburg
An dem Standort des heutigen Pfarrheims war von 1885 bis 1902 das erste Laerer Krankenhaus. Es gehörte ursprünglich dem Kaufmann Dietrich Hiltermann, dessen Witwe es der Kirche als Krankenhaus vermachte. Ab 1902 wurde das Laerer Krankenhaus an die heutige Elisabethstraße verlegt. Danach nuzte die katholische Kirche das Haus. Von 1945 bis zu seinem Abriß 1955 war es auch evangelische Schule.

Kirchhofsburg nach 1906
Bis 1884 fanden Bestattungen auf dem Friedhof auf der Kirchhofsburg statt. Auf diesem Bild befinden sich noch einzelne stehende Grabsteine. Nach und nach wurde diese an den neuen Standort auf den Poll (Westerwieder Kirchweg) verlegt.

1874 zweitältestes Laerer Foto
1872 bis 1874 wurde die Laerer Kirche als neugotische Hallenkirche neu aufgebaut. Die Außenmauer der Kirche sind aus dem Laerschen "Piepstein", einem Sinterkalk, der erst vor ca. 10.000 Jahren entstand. Die Gesamtkosten von 40.000 Talern wurden ohne Fördergelder fast ausschließlich aus Mitteln der Laerer Bevölkerung bestritten.

Kaufmann Hiltermann 1906, jetzt Volksbank.
Das Haus gehörte ab 1850 dem Armenprovisor Hiltermann und wurde 1951 durch den Neubau der Raiffeisenbank ersetzt. Die heutige Volksbank geht auf die 1894 gegründete Spar- und Darlehnskasse zurück, deren erster Schalterraum sich in der Vikarie befand. Im Vordergrund ist ein Zughundegespann zu sehen - um 1900 ein preiswertes und verbreitetes Transportmittel.

250jähriges Schützenfest 1902
Dies ist ein Blick vom Thieplatz auf dem Paulbrink mit Bühren und Storck. Der Thieplatz war immer der Ort, an dem die Laerer und ihre Gäste sich trafen. Das hier gefeierte 250jährige Schützenfest bezieht sich auf den ersten erhaltenen Namen eines Schützenkönigs 1652. Die erste Erwähnung der Abgabe einer Tonne Bier an die Schützen fällt in das Jahr 1543.

Enthüllung Jahrhundert-Denkmal 1913
Festumzug zur Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Während der Feierlichkeiten wurde ein Findling als "Jahrhundertstein" enthüllt und an einem Ehrenplatz aufgestellt. Anlässlich dieser Feier entstand der "Illustrierte Führer Laer", der eingebettet in deutschnationale Betrachtungen vor allem durch seine vielen Inserate einen spannenden Einblick in die Laerer Geschäftswelt 1913 gibt.
